1-Klick-Kunstwerke mit Leaf

Mit vollautomatischen Schnappschußkameras oder Smartfons ist es nicht nur deutlich einfacher geworden Fotos zu machen. Bildbearbeitung kann man inzwischen sogar auf einem Mobiltelefon machen. Auch auf dem Desktop-PC setzt sich Software mit Fun-Effekt durch.

Spielerische Colorierung mit Leaf.

Spielerische Colorierung mit Leaf
(hier “Grayscale”).

Bildbearbeitung mit Photoshop ist nicht nur kompliziert, sondern auch kostspielig. Die Windows-Software “Leaf” gibt’s dagegen gratis. Sie ist darauf spezialisiert, Fotos mit Farbeffekten zu versehen.

Der Entwickler beschreibt die Software als “… a simple application which lets you colourise images …” (eine einfache Anwendung, um Bilder zu Colorieren), verschweigt aber nicht, daß dies nur mit Farbbildern geht. Keine Chance also, alten Schätzchen aus Omas Zeiten neues Leben einzuhauchen, wie es beispielsweise mit “X-Color-Effects” möglich ist.

Bilder können per drag & drop (also einfach auf das Programmfenster ziehen und loslassen) oder über das Ordner-Symbol geöffnet werden. Dabei werden neben JPGs sogar RAWs und PSD-Dateien verarbeitet. Eine — unverständliche — Einschränkung dabei ist, daß man vorher die Grundfunktion wählen muß, über die das Bild bearbeitet werden soll! Standardmäßig ist “Grayscale” ausgewählt (G), eine Info dazu wird nicht angezeigt. Der Effekt wird erstmal global auf das gesamte Bild angewandt — und dann mit dem Pinsel partiell wieder rückgängig gemacht — hier am Beispiel einer saftigen Brombeere. Okay, das ist mehr als ein Klick, aber fast genauso einfach. Dies funktioniert im Prinzip also ähnlich wie in Photoshop & Co., wo man dies mit einer Einstellebene und einer Schnittmaske macht.

Einfache Bearbeitung durch Leaf.

Einfache Bearbeitung durch Leaf.

Die Pinselgröße muß leider jeweils umständlich über einen Schieber am unteren Bildrand eingestellt werden, obwohl es über das Mausrad einfacher wäre. Das “Zurückradieren” läuft immer mit 100 Prozent Wirkung und scharfem Rand. Andere Funktionen gibt es nicht — das macht die Arbeit gerade für Anfänger sehr einfach, schränkt auf Dauer aber ein. Schade, daß man die beabsichtigte Bearbeitung schon dem Öffnen der Bilddatei einstellen muß und darauf keinerlei Vorschaufunktion hat. Im Gegenteil, auch der “Guide” bleibt dem Nutzer eine Erläuterung zu den nur mit Buchstaben gekennzeichneten Funktionen schuldig:

  1. G — Grayscale (Graustufen)
  2. S — Sepia (“Schwefel”-Braun)
  3. N — Nighttime (Nachtstimmung)
  4. A — Atmosphere (Atmosphäre)
  5. B — Burn (Verbrannt)
  6. Fg — Fog (Nebel)
  7. Fr — Freeze (Frost)
  8. L — Lava (Lava)
  9. M — Metal (Metall)
  10. O — Ocean (Ozean)
  11. R — Rainbow (Regenbogen)
  12. S — Sketch (Skizze)
  13. W — Water (Wasser)

Abschließend kann man das Meisterwerk in fünf Dateiformaten speichern: JPG, PNG, BMP und GIF — oder PDF. — Insgesamt hat man etwas den Eindruck, das der Hersteller das Programm nicht “zu gut” werden lassen wollte, um vielleicht der erweiterten Version unter dem Namen Pixo nicht Konkurrenz zu machen — bei mir wirkt das oft umgekehrt: Sind die Macken in der Bezahlversion tatsächlich beseitigt? Am besten funktioniert m. E. der Graustufeneffekt, den ich ähnlich auch schon mit Photoshop oder Lightroom umsetze.

[Kurzinfo]

  • Mit Leaf kann man Bilder mit Farbeffekten versehen und bearbeiten. Es lädt zum Experimentieren ein und ist leicht zu bedienen.
  • Autor: Bendigo Design | Sprache: [englisch] Symbole | Windows | Lizenz: Freeware [Public Domain] | Homepage: http://www.bendigodesign.net/

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